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Konzentration auf die Zielgruppe

tgm - thomas gehrig mentoring
Veröffentlicht von in Bewerbungscoaching · 16 Juli 2019
Tags: BewerbungscoachingBlog



Liebe Lesende
 
 
Immer wieder erhalte ich die Rückmeldung von Kundinnen und Kunden auf die Frage nach dem Absagegrund die Antwort: "Ich bin halt zu alt". Oft wird diese Information verklausuliert bzw. in schönen Worten oder nichtssagenden Phrasen versteckt, selten erfolgt sie direkt, offen und vor allem ehrlich. Dass es eine Benachteiligung von älteren Bewerbenden gibt, ist aus Statistik und praktischer Erfahrung hinlänglich bekannt. Oft sind die Gründe nicht nachvollziehbar und werden schon fast gebetsmühlenartig in Absageschreiben und als Antworten bei der telefonischen Nachbearbeitung heruntergebetet. Aber nicht nur: Es gibt auch gute Gründe für eine Absage an reifere Bewerbende, welche genauso real sind, wenn nicht sogar zwingend - wie Ihr exakt passendes Angebot auf das Inserat als Bewerbende. Obwohl ich ein grosser Fan der jahrgangsorientierten Diversity bin, kann es doch sehr gut sein, dass ein Arbeitgeber ein Team mit einem Altersdurchschnitt von sagen wir mal 25 Jahren mit einer Person in der gleichen Range ergänzen will und die Dynamik nicht über Gebühr mit einer 55 jährigen Person verändern will. Nur so viel zu Bedürfnis und Bedarf berechtigterweise auch auf der Seite der Arbeitgebenden.

 
 
Stellen Sie sich vor, dass ich Ihnen versuche ein tolles rotes Auto zu verkaufen. Sie wollen aber und das nicht verhandelbar, ein blaues Auto haben, welches ich aber nicht liefern kann. Tja, was nun? Sie suchen sich nun vielleicht einen Autoverkäufer, der das passende blaue Auto hat bzw. liefern kann und ich suche mir die Kundschaft, welches ein rotes Auto tatsächlich auch kaufen will. Der Gesetzgeber hat das Zustandekommen eines Vertrages wunderschön formuliert, er stützt sich dabei auf die zwei Positionen der gegenseitigen Willensäusserung und Willensübereinstimmung. Das machen Sie und der Arbeitgeber bei einem Arbeitsvertrag ebenfalls.

 
 
Zurückkehrend zur eingangs beschriebenen Situation der Ablehnung von reiferen Arbeitnehmenden, könnte man nun starten mit der Bearbeitung und Weiterentwicklung der Glaubenssätze dieser Personen. Das ist sicherlich sehr sinnvoll und qualifizierte Coaches / Mentoren können Sie dabei massgeblich unterstützen. In meinem heutigen Blogbeitrag will ich mich auf den wesentlich schneller umzusetzenden Punkt der "Konzentration auf die Zielgruppe" beschränken oder fokussieren.

 
 
Nebst dem genauen Wissen über Ihre eigene Expertise, die Stärken und nicht zuletzt über das individuelle Angebot, sind Sie sozusagen in Pflicht auch den zu bearbeitenden Markt oder die Märkte zu bestimmen und sich darauf zu fokussieren. Nur dann erreichen Sie ein möglichst hohes Matching zwischen Angebot und Nachfrage. Eine regelmässige Überprüfung Ihrer Strategie empfiehlt sich schon fast selbstredend.

 
 
Wie finden Sie nun Arbeitgebende, welche an Ihrem Angebot interessiert sind? Folgende Einstiegstipps kann ich Ihnen in loser Form offerieren:

 
 
- Erforschen Sie Ihre Erinnerungen. Mit welchen Arbeitgebern hatte ich zu tun, stand ich in Kontakt oder weiss es einfach, dass dort ein Interesse an entsprechenden Angeboten besteht?

 
 
- Sie müssen nicht die ganze Arbeit alleine bewältigen. Aktivieren Sie Ihr Netzwerk bestehend aus Freunden, Bekannten, Verwandten, ehemaligen Arbeitskollegen und auch ehemalige Vorgesetze. Treten Sie in Kontakt mit diesen Personen, informieren Sie diese über Ihr Anliegen und die entsprechenden Absichten. Holen Sie erste Informationen sofort ab und vereinbaren unkomplizierte Rückmeldungen, wenn sich weitere Informationen ergeben. Vergessen Sie dabei aber nie: Ihr Anliegen hat für sie eine 100%-ige Bedeutung, auf der Seite vis-à-vis beträgt der "Wichtigkeitsgrad" vielleicht nur 1%. Darum überfordern Sie Ihr Umfeld und dessen Kanäle nicht, gehen Sie die Sache pragmatisch-strategisch an.

 
 
- Sollte der Output aus oben ungenügend oder aufgebraucht sein, nutzen Sie spätestens jetzt das Internet. Setzen Sie sich beispielsweise eine geografische Reichweite von 10 km Radius um Ihren Wohnort. Notieren Sie sich die Gemeinden, welche sich in Ihrer Area befinden. Sind sie beispielsweise ein CNC-Mechaniker, macht es z.B. Sinn im elektronischen Telefonbuch nach Firmen zu suchen, welche als Tätigkeiten Angaben machen wie: Metallverarbeitung, Drehen, Fräsen, Bohren, etc. Diese Firmen erfassen Sie in einer Liste und besuchen die Websites dieser Unternehmungen. Mit etwas Glück ist dort bereits ein Inserat aufgeschaltet. Wenn nicht, kein Beinbruch. Sehen Sie sich die Mitarbeiter an und beurteilen Sie ob Ihre Altersgruppe ebenfalls adäquat vertreten ist. Meist finden Sie diese Informationen in den Verzeichnissen von "über uns" oder "Team". Stellen Sie auch fest, wer die Abteilungsverantwortlichen sind und wer die Führung der HR-Abteilung innehat. So finden Sie auf einen Schlag zwei interessante Ansprechpartner, nämlich den Fachvorgesetzten und die mitbestimmende, sicher, aber mitentscheidende Person in der Personalabteilung. Studieren Sie auch die Gesamte Webseite nach den Produkten der Firma, deren Technologisierungsgrad, den Märkten, welche sie bearbeitet und ggf. nach den geschäftlichen Aussichten für die Entwicklung in den nächsten Jahren. Das sind alles wichtige Informationen, um ein massgeschneidertes Angebot erstellen zu können. Zu einem späteren Zeitpunkt können den Suchradius auf 15, 20 oder mehr Kilometer erweitern.

 
 
- Wenn der Kunde nicht zu Ihnen kommt, was er oft nicht tut, gehen Sie zum Kunden, indem Sie sich proaktiv verhalten. Vergessen Sie nie, dass Sie als stellensuchende Person in die Rolle eines Unternehmers geschlüpft sind. Sie bieten ein Produkt an (Ihre Ausbildung, Beruf- und Lebenserfahrung und die persönlichen Qualitäten), Sie gehen mit Ihrem Produkt auf einen Markt (Arbeitsmarkt) und hängen dem Ganzen auch einen Preis an (z.B. Lohn und Benefits). Das ist ein Unternehmer. Wissen Sie was das Gegenteil von einem Unternehmer ist? Ja, das ist ein Unterlasser. Sie entscheiden über Ihren Weg und Ihren Erfolg.

 
 
- Und zum Schluss: Ich gehe davon aus, dass Sie über Profile bei Xing und LinkedIn verfügen. Nein? Dann wird es höchste Zeit, nutzen Sie bei beiden Anbietern jeweils die kostenlosen Basisangebote. Das reicht für den Startmoment, alles weitere können Sie bei Bedarf später entscheiden. Beide Portale sind relativ ähnlich aufgebaut, damit ist es möglich beide fast parallel mit Informationen abzufüllen. In einem zweiten Schritt denken Sie bitte daran, dass diese Portale wesentlich mehr zu bieten haben, als nur einfach die wichtigsten "Lebenslaufdaten" einzutragen. Peppen Sie das Ganze auf indem Sie Angebote wahrnehmen und sich zum Beispiel selbst mit Stärken / Kompetenzen, Hobbies und gemeinnützigen Interessen beschreiben, einen Lebenslauf im PDF Format und Berücksichtigung datenschutzrelevanter Aspekte hinterlegen, den Link auf Ihre eigene Webseite einfügen und allenfalls vorhandene Video- und Audiocasts (z.B. Bewerbungsvideo) hochladen.

 
 
Zusammenfassung: Gehen Sie weg vom Zufallsprinzip und vom "Prinzip Hoffnung". Lottospielen kann - sofern die Grenzen klar sind - ein spannender Zeitvertrieb sein, als ernstzunehmender Bestandteil einer Vermögensbildungsstrategie allerdings eher zweifelhaft. Definieren Sie Ihre Ziele, beginnend beim Grossen und detaillierend nach unten ins Einzelne. Definieren Sie die Zielgruppen nach Branche, speziellen Ausrichtungen, Betriebsgrösse, Produkten, technologischer Ausrichtung, geografischer Abdeckung, usw. mit dem Ziel eine möglichst grosse Korrelation zwischen Bewerbungsaufwand und Interesse seitens Arbeitgeber zu erhalten.

 
 
Gerne stehe ich Ihnen bei weiterführenden Fragen begleitend zur Verfügung.
 
 


Thomas Gehrig
 
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