Blog: tgm - thomas gehrig mentoring - tgm - thomas gehrig mentoring

Direkt zum Seiteninhalt

Lebenslauf

tgm - thomas gehrig mentoring
Veröffentlicht von in Verdeckter Arbeitsmarkt · 10 Juli 2018
Tags: VerdeckterArbeitsmarktBlog

Liebe Lesende
 
 
Das Ziel einer Bewerbung ist nicht, dass Sie den Job erhalten. Das Ziel ist es, dass Sie damit die nächste Hürde schaffen und zum Interview eingeladen werden. Mit dem Deckblatt haben Sie einen (mindestens) sympathischen Einstieg geschaffen und mit dem Motivationsschreiben lieferten Sie viele, komprimierte Hintergrundinformationen. Den Lebenslauf könnte man beispielsweise mit den „Technischen Daten“ eines Automobil-Kataloges vergleichen. Hier kommt ein Teil der Wahrheit ans Tageslicht.

 
 
Bevor wir uns um Details zu kümmern beginnen, ist es mir sehr wichtig, dass Sie sich bewusst machen, dass ein Lebenslauf immer individuell an die Bewerbung anzupassen ist. Damit fokussieren Sie noch konkreter auf die angepeilte Stelle. Bei Bewerbungen im offenen Stellenmarkt ist immer öfter bei grösseren Unternehmungen zu beobachten, dass ein sogenanntes CV-Parsing stattfindet. Dies bedeutet, dass Ihre Unterlagen eingescannt und nach sog. Keywords (Schlüsselwörtern) gescannt werden. Daher ist es wichtig, dass Sie die gleichen Keywords aus dem Inserat und generell branchenübliche Begriffe verwenden. Mit kreativen Eigenkonstruktionen kann das Programm nichts anfangen und die Gefahr, dass die Bewerbung aussortiert wird, wächst. Achten Sie genauso auf die Rechtschreibung, ein Buchstabendreher bei einer spezifischen Berufsbezeichnung kann ins Aus führen. Halten Sie sich zudem an die gebräuchlichen Schriftarten wie Arial, Times New Roman und vergleichbare Typen. Aus den gleichen Gründen erstellen Sie den Lebenslauf NICHT auf Basis eines Rasters in Tabellenform (verwenden Sie stattdessen beispielsweise Tabulatoren), verzichten Sie auf die Integration von Texten in Bildform und achten Sie darauf, dass allenfalls vorhandene grafische Elemente keine Textinformationen überdecken.

 
 
Die am häufigsten anzutreffende Form des Lebenslaufs ist die chronologische Variante. Geordnet nach verschiedenen Kriterien (Titeln) sind alle Informationen einsortiert, wobei das zeitlich aktuelle (jüngste) Ereignis jeweils zuerst aufgeführt und das älteste Ereignis am Schluss folgt. Sollten Sie noch gar keinen Lebenslauf erstellt haben oder sind mit der aktuellen (unvollständigen) Lösung nicht glücklich, empfehle ich Ihnen diesen von Grund auf neu zu erfassen. Setzten Sie sich Titel wie: Persönliche Angaben, berufliche Tätigkeiten, Aus- und Weiterbildung, Schulen, Sprachen, IT-Kenntnisse, Hobby und Referenzen. Füllen Sie den Lebenslauf mit allen möglichen und verfügbaren Angaben. So entsteht eine Rohversion mit der Sie später arbeiten können. Die Länge spielt zum jetzigen Zeitpunkt keine Rolle, wichtig ist, dass alle Informationen im Grundsatz und vollständig vorhanden sind. Meine persönliche ursprüngliche Version war 7 bis 8 Seiten lang. Nach verschiedenen Überarbeitungen und mittlerweile in verschiedenen Versionen vorliegend, weist mein Lebenslauf eine Länge von knapp 3 Seiten auf, was an der üblicherweise oberen Grenze liegt.

 
Machen Sie sich bewusst, dass Sie den Lebenslauf für den Arbeitgeber schreiben und nicht für sich selbst. Dabei soll ein zielgruppenadäquates Ergebnis entstehen, welches dem Lesenden innert kürzester Zeit ein Maximum an relevanten Informationen vermittelt: More information in less time.

 
Im Internet können Sie sehr viele gute und inspirierende Beispiele an Lebensläufen finden – natürlich auch abschreckende Varianten. Ich verzichte hier auf konkrete Vorschläge, weil es nicht diesen einen bahnbrechenden Lebenslauf gibt. Auch wenn der Lebenslauf in der ISO-Norm 5008 definiert wurde, sollte er im Rahmen der „ungeschrieben Gesetzte“ aufgestellt, ein persönliches Werk darstellen und Sie als Persönlichkeit abbilden.

 
Sollte Ihre Karriere schon etwas länger dauern und ist diese nicht geradlinig verlaufen, lohnt sich die Überlegung, ob Sie nicht eine andere als die rein chronologische Struktur zur Anwendung bringen wollen. Sie können die beruflichen Tätigkeiten und evtl. auch die dazu passenden Aus- und Weiterbildungen strukturieren nach Tätigkeiten, hierarchischen Funktionen, Branchen etc. Nehmen wir als Beispiel meinen eigenen Werdegang in der Ultrakurz-Version: Lehre als Radio-TV-Elektriker, danach viele Jahre in selbständiger Tätigkeit unterwegs, aber auch in Anstellungsverhältnissen. Wechsel in die Personalberatung und noch etwas später in die selbständige Tätigkeit als Betrieblicher Mentor (Coaching, Training, Beratung).

 
Strukturpunkte nach Tätigkeiten könnten sein: Mentoring, Personalberatung, Geschäftsführung, Filialleitung, usw.

 
Strukturpunkte nach Branchen könnten sein: Personalberatung / HR, Unterhaltungselektronik.

 
Strukturpunkte nach Hierarchien könnten sein: Geschäftsführer, Verwaltungsratspräsident, Verkaufsleiter, usw.

 
Entschieden habe ich mich für die Strukturierung nach den Branchen Personalberatung / Mentoring und Unterhaltungselektronik. In meinem Lebenslauf ist die aktuelle Branche verhältnismässig ausführlich beschrieben, während die „alten“ Tätigkeiten aus der Unterhaltungselektronik stark zusammengefasst wurden. Wer Details wissen will bzw. muss, wird sich hierfür ohnehin die Arbeitszeugnisse genauer ansehen.

 
Betreffend der Auflistung von Aus- und Weiterbildungen empfehle ich Ihnen ein analoges Vorgehen.
 
 
Schulen: Mit den von Ihnen besuchten Schulen ist die Grundbildung gemeint. Ob Sie diese nun unter einem separaten Titel subsummieren oder als letzte Eintragung im Bereich „Aus- und Weiterbildung“ eintragen überlasse ich Ihnen. Ich persönlich verwende die letzte Variante, das spart Platz.

 
Sprachen: Sprachen sind wichtige Skills und dementsprechend sorgfältig und vollständig sollten diese aufgeführt sein. Als durchschnittlicher Ostschweizer ist Deutsch NICHT meine Muttersprache. Als Muttersprache bezeichne ich CH-Deutsch und Deutsch ist meine erste Fremdsprache, welche ich mit guten oder sehr guten Kenntnissen qualifiziere. Noch informativer ist die Verwendung der Bezeichnungen nach GER (Gesamteuropäischer Referenzrahmen). Meine Deutschkenntnisse wären sicherlich mit C1 bzw. C2 zu bewerten.

 
IT-Kenntnisse: Sofern von Bedeutung und Relevanz empfehle ich auch hier detailliert zu definieren. Oft genügt es einfach nicht, wenn die Office-Kenntnisse mit „guten Anwenderkenntnissen“ bezeichnet werden, weil dies nicht für alle Einzelprogramme in diesem Paket gilt. In Word, Excel und Outlook würde ich mir mindestens sehr gute Anwenderkenntnisse bescheinigen, während PowerPoint höchstens ein „gut“ gekommen würde und Access mit „Grundkenntnissen“ qualifiziert werden müsste.

 
Vergessen Sie nicht branchen- und/oder berufsspezifische Software-Kenntnisse aufzulisten. Bei mir wiederum könnten das sein: Webdesign (Website X5) mit guten Kenntnissen und DTP (Scribus) mit grundlegenden Kenntnissen. Die ergänzende Angabe der Softwarenummer kann durchaus Sinn machen.

 
Hobby: Meines Erachtens ist das die einzige, wahlfreie Position. Ich selbst bin ein grosser Fan dieser Angaben, weil mir damit der Mensch – fern von seiner beruflichen Qualifikation – näherkommt und das Bild damit wieder etwas runder gemacht wird. Mit dieser Angabe lässt sich u.U. viel über die bewerbende Person in Erfahrung bringen und zeigt mir auch auf, dass hier ein vernünftiger Ausgleich zum Berufsleben stattfindet, auch muss diese Angabe damit nicht zwingend einen Bezug zur Tätigkeit oder Firma ausweisen. Ein junger Bewerber erwähnte unter Hobbies mal: Im Restaurant sitzen, Kaffee trinken und den hübschen Mädchen nachsehen. Mein grundlegendes Verständnis hat dieser junge Mann, nur gehören solche Dinge absolut nicht in den Lebenslauf. Bei Risikosportarten ist ebenfalls Vorsicht geboten. Ich würde vermutlichen einen zukünftigen Geschäftsführer nicht einstellen, der Fallschirmspringen oder Extremklettern als Leidenschaft angibt. Auch sind Entwicklungen im gesellschaftlichen Bewusstsein zu berücksichtigen. Das begeisterte Schiessen im Schützenverein wird beim Armeegegner möglicherweise nicht besonders gut ankommen, und, und, …. Versuchen Sie immer alle Positionen mit der Brille des anderen Betrachters zu sehen und zu beurteilen.

 
Referenzen: Zu diesem Thema äussere ich mich ausführlich in einem der nächsten Artikel.

 
 
Abschliessend möchte ich, wie im Artikel „Motivationsschreiben“ noch auf das CI / CD hinweisen. Selbstverständlich ist die gleiche Schriftart, -grösse und Farbe zu verwenden. Falls Sie sich für den Zeilenabstand von z.B. 1.15 entschieden haben, kommt dieser hier auch zur Anwendung. Lesen Sie Ihren Lebenslauf unbedingt Korrektur. Die an verschiedenen Tagen und Uhrzeiten. Perfekt ist es, wenn eine Person aus dem Umfeld ebenfalls noch einen Blick darauf werfen kann. Sie werden erstaunt sein, was da noch so alles ans Tageslicht kommt.



 
 
 
 
Autor: Thomas Gehrig
 
tgm – thomas gehrig mentoring
 
CH-9200 Gossau
 
Web: www.t-g-m.ch
 
E-Mail: thomas.gehrig@t-g-m.ch
 



Kein Kommentar

KontaktServices
Besuchen Sie uns auch auf
tgm - thomas gehrig mentoring
Eggstrasse 14
CH-9100 Herisau

Mobil   +41 79 588 9767
E-Mail  info@t-g-m.ch
Skype  gehrig-coaching
Kontaktformular
Terminbuchung
Downloads





Zurück zum Seiteninhalt