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tgm - thomas gehrig mentoring
Veröffentlicht von in Verdeckter Arbeitsmarkt · 11 September 2018
Tags: VerdeckterArbeitsmarktBlog

 
Liebe Lesende
 
 
Mit diesem Kapitel stossen Sie eine Tür zur Zukunft auf, weil Sie künftig soziale Kontakte aus einem anderen Blickwinkel betrachten werden. Gleichzeitig starten wir etwas später erst mal mit einer Reise in die Vergangenheit.
 
 
Der Mensch als soziales Wesen kann gar nicht anders als kommunizieren. In der heutigen Zeit bekomme ich immer mal wieder ein Eindruck, dass je mehr Kommunikationsmöglichkeiten wir haben oder einsetzen, desto weniger kommunizieren wir wirklich mit echten Inhalten. Je bewusster Sie kommunizieren, desto authentischer werden Sie sein. Die Wirkung wird nicht ausbleiben.
 
 
Kommunizieren oder eben auch Netzwerken können Sie Online und auch Offline. Unter Offline verstehe ich in unserem Zusammenhang die direkte Kommunikation mit dem Gegenüber. Das heisst ohne, dass ein technisches Hilfsmittel dazwischengeschaltet ist. Sie kommunizieren sozusagen Face-to-Face und sind parallel dazu in der Lage Reaktionen zu erkennen – angefangen bei Antworten bis hin zu Körpersprache.  Online bedeutet demnach, dass irgendein elektronisches Hilfsmittel zur Kommunikation zwischen geschaltet ist, sei es ein Telefon, Skype, E-Mail, aber natürlich auch Facebook, WhatsApp, etc. Das heisst, dass Sie Ihr Gegenüber – im Vergleich zu Offline – nur eingeschränkt oder sehr stark eingeschränkt wahrnehmen können. Wenn wir uns gegenübersitzen und Gedanken austauschen, kann jeder die Körpersprache in der gesamten Vielfalt beim Anderen wahrnehmen. Das geht bei einer Kommunikation beispielsweise über WhatsApp nicht. Mir ist die Gegenüberstellung von Off- und Online zur Sensibilisierung wichtig, weil sich beide Strategien ergänzen, beliebig kombinieren lassen und sich keinesfalls gegenseitig ausschliessen.

 
 
Zu Beginn dieses Artikels sprach ich von einer Reise in die Vergangenheit. Wenn ich Ihnen auf den Kopf zusagen könnte, dass sich vermutlich mehrere Hundert Personen in Ihrem Netzwerk befinden könnten, würden Sie mir im ersten Moment vermutlich nicht zustimmen. Warum? Die meisten von uns haben sich in der Vergangenheit zu wenig und vor allem auch zu wenig bewusst um den Aufbau und die Pflege des Netzwerks gekümmert. Warum auch, es lief ja auch so und es lief auch vermeintlich weiterhin gut. Möglicherweise sind Sie heute arbeitslos, von Arbeitslosigkeit bedroht oder denken einfach für sich über einen Arbeitsplatzwechsel nach und stellen fest, dass Sie kaum eine Handvoll GUTER Kontakte in Ihrem Portfolio haben. Dabei haben Sie die Lebenswege so vieler Menschen gekreuzt. Puh, optimal sieht anders aus…

 
 
Die alten Kontakte sind möglicherweise die besten Kontakte und hier beginnt ihre Reise in die Vergangenheit. Erinnern Sie sich noch, wie Sie ganz am Anfang dieser Artikelreihe Ihre Kompetenzen begonnen haben zusammen zu tragen? So ähnlich gehen Sie auch in dieser Mission vor. Bevor Sie sich nun an die Arbeit machen, möchte ich Sie gerne mit zwei kleinen Motivationsspritzen «impfen»:

 
-      Als kleiner Junge hatte ich einen Freund – nennen wir ihn Mario - in der Strasse, in der wir wohnten. Wie kleine Jungs (funktioniert aber auch später noch) so sind, haben wir uns mit unseren Velos gemessen, wer am Schnellsten eine vorgegebene Strecke via Strasse, Parkplätze, Gehwege etc. zurücklegen konnte. Mal hat er gewonnen, mal ich, wir waren ob unseres Tempos in der Umgebung gefürchtet. Mit Fabio hatte ich rund 45 Jahre lang keinen Kontakt mehr, gefunden habe ich ihn via Soziale Medien. Heute ist er Geschäftsführer eines grösseren KMU und überantwortet mir sowohl seine Führungscrew als auch Mitarbeitende bedarfsorientiert zu Mentorings.

 
-      Ein, zwei Jahre später hatte ich dann eine Freundin. Sie nennen wir Maria. Jawoll, natürlich waren Mädchen in diesem Alter noch doof und genau so ging die Post auch ab. Wir haben uns die Figuren im Sandkasten geklaut oder diese richtig tief vergraben, wir haben uns gezofft und selbstverständlich gegenseitig bei den Eltern verpetzt. Auch Sie verlor ich aus den Augen und fand Sie wieder über ein soziales Medium. Sie ist heute eine treue Kundin, die professionelle Distanz ist natürlich gewahrt, welche auch intensiv die Werbetrommel für mich und meine ganz kleine Unternehmung rührt.

 
 
Die beiden Beispiele resultieren aus meinem persönlichen Businessbereich. Genau die gleichen Kontakte könnten eine sehr hilfreiche Rolle bei Ihrer Stellensuche im verdeckten Arbeitsmarkt spielen. Die Krux (oder das Wunderbare) bei dieser Sache ist, dass Sie in der Regel nicht abschätzen können, ob, wann, welche Person in welcher Situation Beihilfe zum Erfolg leisten kann und wird.

 
 
Über welche sozialen Medien ich fündig wurden, spielt an dieser Stelle noch gar keine Rolle. Wichtiger ist, dass ich mir in Erinnerung rufen konnte, wen ich schon ganz früh in meinem Leben gekannt habe und was uns damals verband. Das setzt sich später fort.

 
 
Beginnen Sie nun damit Ihr Leben auf einer Zeitachse, beginnend bei der Geburt und vorläufig abschliessend in der aktuellen Gegenwart, aufzuzeichnen. Ob Sie hierfür ein Blatt Papier einsetzen, ein Flip Chart mit mehr Platz oder eine Softwarelösung bevorzugen, überlasse ich gerne Ihnen. Das Tool muss ihnen entgegenkommen und entsprechen. Durchforsten Sie Sie Ihr bisheriges Leben nach allen Stationen und fügen Sie evtl. später neue Stationen, an die Sie nicht mehr gedacht hatten, einfach hinzu. Nachfolgend möchte ich Ihnen einfach ein paar Gedankenstützen auflisten und Sie so bei der Erforschung unterstützen.

 
 
Familienmitglieder: Eltern, Geschwister, PartnerIn. Das nähere oder nächste Umfeld. Diese gehen gerne und nur schon aus Gewohnheitsgründen vergessen.

 
 
Verwandte: Denken Sie an alle Tanten und Onkel. Vergessen Sie deren Kinder nicht, die sich möglicherweise sogar in der gleichen Altersgruppe wie Sie befinden.

 
 
Freunde und Bekannte: Lassen Sie vor Ihrem geistigen Auge alle Begegnungen Revue passieren, welche Sie im Verlaufe eines Arbeitstages, einer Arbeitswoche, morgens früh auf dem Arbeitsweg und auf dem Heimweg und beim Einkaufen haben. Vergessen Sie nicht die Kontakte, welche sich nur sporadisch ergeben wie z.B. die Coiffeuse, den Garagisten Ihres Vertrauens, den Hausarzt, die Abwartsfamilie, die Verkäuferin im Fachgeschäft und die freundliche Bedienung im Grossverteiler, etc. Nehmen Sie wiederum Ihren Lebenslauf zur Hand und erforschen seit Beginn alle Aktivitäten und die sich daraus heraus ergebenden Kontakte.

 
 
Aktuelle und ehemalige Arbeitskollegen: Allein hier besteht schon ein grösseres Potenzial an Kontakten, welche für Sie in der Zukunft in unterschiedlichem Masse von Nutzen sein könnten. Diese Personen kennen Sie recht genau, haben Sie hoffentlich in guter Erinnerung, haben sich vielleicht selbst in für Sie interessante Positionen weiterentwickelt und können sehr gut in der Rolle als Entscheider oder Empfehler gesehen werden.

 
 
Aktuelle und ehemalige Vorgesetzte: Ähnlich wie oben, diese Menschen kennen Sie aus professioneller Sicht recht gut, haben Sie schon in den verschiedensten Situationen des Berufslebens erlebt (z.B. in Drucksituationen) und mussten sich schon ein- oder mehrmals Gedanken zu und über Ihre Qualitäten und Qualifikationen machen. Denken Sie dabei an Jahresend- oder Qualifikationsgespräche. Dieses Wissen und die Referenz können enorm wertvoll sein.

 
 
Lehrer / Dozenten: Selbstverständlich verfügen auch diese Berufsgruppen über Kontakte Ihrerseits. Mit den erworbenen Kenntnissen über Sie während der Aus- und Weiterbildung, innerhalb eines differenten Settings zu oben beschriebenem Umfeld, runden diese Menschen das Portfolio bestens ab.

 
 
Viele andere: Vergessen Sie nicht all die Kontakte in den Vereinen in denen Sie Mitglied sind oder waren, die Berufsverbände und Organisationen, Personen, welche Sie möglicherweise aus dem kirchlichen Umfeld oder aus einer sozialen / ehrenamtlichen Tätigkeit kennen, private Arbeitsvermittler mit ihren hunderten oder tausenden Kontakten, Personen, welche Sie an Anlässen wie Hochzeiten oder der IHK kennen gelernt haben, usw.

 
 
Die genannten Positionen stellen bei weitem keine vollständige Auflistung dar. Ich könnte dies gar nicht für Sie tun, die Erforschung dieses Teils Ihrer Vergangenheit obliegt Ihnen. Bleiben Sie am Ball, auch wenn Sie zur Ansicht gelangt sind, dass Sie nun nach Wochen oder Monaten alle Positionen entdeckt und aufgearbeitet haben. Irgendwann wird irgendeine Situation wieder eine regelrecht verschüttete Erinnerung auslösen, welche Sie unter unseren Aspekten aufarbeiten können.

 
 
Mit dem vorgängig Beschriebenen wurde versucht die Vergangenheit so gut wie möglich aufzuarbeiten. Ab heute gilt im Prinzip, dass Sie jeden neuen Kontakt sich merken und verwerten. Die «Verwertung» der Kontakte werden wir in den kommenden Blogartikeln noch etwas genauer betrachten.

 
 
Zum Schluss dieses Artikels möchte ich noch auf einen Teil-Aspekt des sogenannten viralen Effektes zu sprechen kommen. In Xing verfüge ich derzeit über 131 Kontakte, das sind Kontakte 1. Grades. Diese 131 Kontakte sind ihrerseits mit 23`780 weiteren Personen vernetzt. Das sind die Kontakte des 2. Grads. Die Kontakte 2. Grads verfügen ihrerseits über 1`158`057 Kontakte 3. Grades. Ein grosser Teil der Kontakte 3. Grades kennt mich nicht, kann aber in Xing (analog gültig auch für andere Netzwerke) von mir erreicht werden. Die 131 direkten Kontakte können beispielsweise als Empfehler bei Ihren 23`780 Kontakten eine Rolle spielen. Übrigens: Meine 131 Kontakte sind keine Benchmark, die sind eher in der Kategorie «Anfangswert» zu sehen. Der virale Effekt funktioniert sowohl off- als auch online.

 
 
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Aufbau und der Gestaltung Ihres persönlichen Netzwrks. Wie immer: Bei Fragen, zögern Sie nicht, ich stehe gerne zur Verfügung.



 
 
 
 
Autor: Thomas Gehrig
 
tgm – thomas gehrig mentoring
 
CH-9200 Gossau
 
Web: www.t-g-m.ch
 
E-Mail: thomas.gehrig@t-g-m.ch



 
 



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